Fair Trade Kleidung im Fair Trade Month
Ein neues Lieblingsshirt kaufen – das fühlt sich gut an. Noch besser, wenn man weiß, wer es hergestellt hat! Im Oktober wird weltweit der Fair Trade Month begangen – für uns eine Gelegenheit, den Blick hinter die Nähmaschine zu werfen und darüber nachzudenken, wie viel Verantwortung und Menschlichkeit eigentlich in einem Stück Stoff stecken können und was Fair Trade Kleidung eigentlich ist. Denn Fair Trade ist kein kurzlebiger Trend. Es ist eine Haltung – und sie beginnt bei den Menschen, die unsere Kleidung herstellen.
🌱 🧵 🌱🪡 🌱 👕 🌱
Woher kommt der Begriff „Fair Trade“?
„Fair Trade“ bedeutet wörtlich übersetzt „gerechter Handel“. Die Idee entstand in den 1940er- und 1950er-Jahren – zunächst in den USA, was sicher kein Zufall ist. Waren doch die USA zum damaligen Zeitpunkt der bedeutendste Wirtschaftsraum der Welt und damit Hauptakteur im Handel zwischen dem globalen Norden und Süden.
Vor diesem Hintergrund begannen engagierte Gruppen, Produkte aus Ländern des globalen Südens zu fairen Bedingungen zu importieren. So entstand eine Gegenbewegung zu einem mehrheitlich gewinnorientierten Handel, bei dem die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen in den Herstellerländern wenig Beachtung fanden.
Dieser amerikanische Trend kam Anfang der 1960er-Jahre nach Europa, konkret in die Niederlande, wo 1969 die ersten Weltläden eröffneten. Die ersten deutschen Weltläden entstanden in den 1970er-Jahren – kleine, engagierte Orte mit Kaffee, Körben und Geschichten aus aller Welt. Dort wurde über globale Gerechtigkeit gesprochen, lange bevor es Begriffe wie „nachhaltig“ oder „slow fashion“ oder "Bio-Baumwolle" gab.
Was mit handgefertigtem Kunsthandwerk und Kaffee begann, wurde zu einer globalen Bewegung, die heute auch Textilien umfasst und wächst. Im Kern geht es um ein recht einfaches Prinzip: Wenn Handel auf gegenseitigem Respekt basiert, profitieren alle Beteiligten entlang der Lieferkette – Produzent, Händler und Konsument gleichermaßen. Fair Trade verbindet soziale, ökologische und wirtschaftliche Verantwortung und stellt den Menschen wieder in den Mittelpunkt.
Wer sind die Träger von "Fair Trade"?
Damit Fair Trade kein leeres Versprechen bleibt, entwickeln internationale Organisationen klare Standards und setzen sich für ihre Einhaltung ein. Unter dem Begriff "Fair Trade" gibt es im Wesentlichen folgende Organisationen:
- World Fair Trade Organization (WFTO)
- Fairtrade International (FLO)
- Fair Wear Foundation (FWF).
World Fair Trade Organization (WFTO)
Der Sitz der World Fair Trade Organization (WFTO) befindet sich den Niederlande. Sie wurde im Jahr 1989 gegründet. Diese Organisation zertifiziert Organisationen als Ganzes, die sich den Prinzipien des Fairen Handels verpflichten. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Kleinstproduzenten von Lebensmitteln und handwerklichen Produkten.
Fairtrade International (FLO)
Die Fairtrade International (FLO) wurde 1997 in Bonn gegründet und ist die Dachorganisation für mehr als 20 länder- oder regionenbasierte Tochterorganisationen, darunter auch den Fairtrade Deutschland e.V.
Generell zertifiziert der FLO konkrete Einzelprodukte und ist das wahrscheinlich bekannteste Fair Trade Siegel im deutschsprachigen Raum. Als Siegel ist es auch im Bereich fairer und nachhaltiger Mode relevant. DEDICATED verfügt beispielsweise über Faire Trade Kleidung (mit ausgewiesenen Zertifikaten).
Link: Produkte mit Zertifikat in unserem Onlineshop
Fair Wear Foundation (FWF)
Die Fair Wear Foundation (FWF) ist ein unabhängige Stiftung mit Sitz in Amsterdam, Niederlande und wurde 1999 gegründet. Die FWF vergibt keine konkreten Produktzertifikate und ist dennoch für die Fair Fashion - Branche sehr bedeutend.
Ziel der Organisation ist die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie. Hierfür auditiert die FWF in regelmäßigen Abständen die Mitgliedslabels mittels eines "Brand Performance Checks" und vergibt die Gütesiegel "Leader", "Good", "Needs improvement". Nur Mitglieder mit dem Gütesiegel "Leader" dürfen das Fair Wear-Logo auf ihren Produkten, Verpackungen und Marketingmaterialien verwenden.
Der FWF arbeitet sehr transparent. Auf der Webseite können alle Mitglieder in einer Datenbank eingesehen und weitere Infos zu ihnen recherchiert werden, ähnlich wie man dies vom Global Organic Textile Standard (GOTS) kennt.
🌱 🧵 🌱🪡 🌱 👕 🌱
Was Fair Trade in der Mode bedeutet
Faire Kleidung ist praktisch das Gegenstück zu nachhaltiger Mode und betrachtet die Art und Weise, wie Kleidung hergestellt wird. Hier stehen nicht (nur) die in dem Kleidungsstücke verwendeten Materialien wie beispielsweise Baumwolle, sondern (mehr noch) die Produktionskette vom Anbau bis zum fertigen Produkt und die beteiligten Menschen im Mittelpunkt der Betrachtung.
Es geht um existenzsichernde Löhne sowie die Einhaltung von Arbeitszeiten, Arbeitsschutz und Umweltstandards in der Produktion. Selbstredend wird auch Kinderarbeit und Diskriminierung nicht toleriert.
In einer Zeit globaler schnelllebiger Trends ist Transparenz besonders wichtig. Im Unterschied zu einigen konventionellen Produktionsketten, die sogenanntes Greenwashing betreiben, lässt sich bei Fair-Trade-Produkten nachvollziehen, woher die Rohstoffe stammen und wo das Kleidungsstück produziert wurde.
Produkt, Herstellerfirma und MitarbeiterInnen bekommen ein Gesicht. Hinter jedem Kleidungsstück steckt eine Geschichte, die so sichtbar wird. Von Baumwollfeldern in Indien bis zu Nähereien in Bangladesch – dort arbeiten Menschen mit großem Können und oft unter schwierigen Bedingungen. Fair Trade gibt ihnen eine Stimme und ein Einkommen. Besonders viele Frauen profitieren von diesem Ansatz: Sie gewinnen finanzielle Unabhängigkeit und Selbstbestimmung.
Wir können nur empfehlen, die Lieferkette der Produkte interessehalber nachzuvollziehen. Bei vielen Labels geht das beispielsweise durch Scannen eines QR-Codes am Produkt (nur Mut!). So kann man einen Eindruck von der Lieferkette gewinnen und sich ein Bild davon machen, wie ein konkretes Produkt hergestellt wurde und welche Fabriken es durchlaufen hat. Zur Erinnerung - hier ein Auszug der für die Modebranche besonders relevanten UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung:
Ob man diese Erkenntnisse in seine Kaufentscheidung einbezieht, bleibt jedem selbst überlassen. Veränderungen beginnen oft im Kleinen: bei jeder Entscheidung, bei jedem Stück.
Unser Beitrag zum Fair Trade Month
Wir möchten mit unserem Sortiment zeigen, dass Mode und Verantwortung wunderbar zusammenpassen. Wir achten bei unserer Auswahl auf transparente Labels, faire Produktion und langlebige Qualität. Einige unserer Marken haben Produkte mit Fairtrade Zertifikaten. Viele sind Mitglieder der Fair Wear Foundation (FWF).
Uns geht es nicht nur um Mode, sondern um Haltung – um die Geschichten, die in jedem Stoff ja hinter den Fasern der Stoffe stecken. Wer bei uns einkauft, sollen sie sich nicht nur wohlfühlen, sondern auch wissen: Hier wurde mit Respekt produziert. Faire Mode ist für uns nicht Verzicht, sondern ein Ausdruck von Stil und Überzeugung.
Im Oktober – dem Fair Trade Month – laden wir euch ein, bewusster hinzuschauen. Und wenn ihr Lust auf Inspiration habt, kommt gern vorbei - schon um mal den einen oder anderen QR - Code an eurem potentiellen Lieblingsteil zu scannen. Entdeckt, wie schön Fairness aussehen kann – und wie gut sie sich anfühlt.
Denn jedes Kleidungsstück erzählt eine Geschichte. Und wenn wir gemeinsam dafür sorgen, dass sie fair geschrieben wird, entsteht daraus etwas Großes – Schritt für Schritt, Naht für Naht.