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Vororder Sommer 2021

Parallel zum Sommerschlussverkauf erfolgt immer die sogenannte Vororder für die Sommersaison des nächsten Jahres. Eine intensive Zeit, bei der sich jeder Händler sein Profil für den nächsten Sommer zusammenstellt. Es sind viele Stufen notwendig, damit es eine Kollektion bis in den Laden schafft.


Wie kommt eine Kollektion in die Läden?

Vorder

Kollektion entwerfen

Am Anfang steht die Idee. Jedes Label entwickelt ausgehend von einer Grundidee neue Modelle für die nächste Saison und stimmt diese mit den potentiellen Lieferanten/ Herstellern ab. Bei Fair-Fashion-Labels wird dieser Prozess ca. ein Jahr vor Auslieferung begonnen. Manche Fast-Fashion-Labels, mit bis zu 12 Kollektionen pro Jahr, arbeiten gerade an den Kollektionen für Dezember diesen Jahres.

Musterfertigung

Die Lieferanten fertigen für die Labels eine Musterkollektion. Diese ist in aller Regel noch nicht absolut perfekt und unterliegt noch Änderungen.

Vororder schreiben

Der Höhepunkt für die Labels und ihre Agenturen und auch für uns Händler immer wieder interessant sind die Ordertermine. Neben dem reinen Ordern erhält man hier als Händler Hintergrundinformationen und pflegt den Kontakt. Manche Labels fordern eine Mindestorder, manche nicht.

Produktion

Aus den Vorordern seiner Händler, dem Bedarf für den eigenen Onlineshop und einer gewissen Reserve formen die Label ihre Produktionsaufträge an die Lieferanten. Hier beginnt für die Label der eigentliche Risikobereich. Die Beauftragung ist i.d.R. mit einer Anzahlung verbunden, d.h. die Label gehen in Vorleistung. Vor Auslieferung der fertigen Kollektion an das Label wird die Schlussrate fällig, d.h. die Label haben an diesem Punkt bereits die gesamte Kollektion finanziert, ohne Zahlungen von den Händlern erhalten zu haben.

Auslieferung

Nach Erhalt der Ware erfolgt die Prüfung, Kommissionierung und Auslieferung der Ware an die Händler. Die Zahlungsbedingungen hier sind verschieden und reichen von Vorkasse bis zu normaler Rechnungslegung. Die Label schließen und die Händler eröffnen ihrer Positionen. Für die Händler ist dies in Normaljahren kein Problem, da die Ware nicht zeitgleich, sondern gestaffelt über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten eingeht. Ein Teil der Ware kann aus der Einnahmen der Vorsaison und ein Teil aus den Einnahmen der laufenden Saison beglichen werden.

Verkaufsvorbereitung

Bevor ein Kleidungsstück in den Verkauf kommt, muss es kontrolliert, in der Warenwirtschaft angelegt und mit einem Etikett versehen werden. Parallel dazu erfolgt die Erstellung einer Beschreibung für den Onlineshop und andere Verkaufsplattformen.


Werden verkaufte Größen eines Modells wieder aufgefüllt?

In der Regel werden abgekaufte Größen eines Modells nicht wieder aufgefüllt. Einerseits sehen die Label diese Möglichkeit nicht in jedem Falle vor und andererseits ist der Händler natürlich bemüht, seine gesamte Ware, d.h. in erster Linie die noch vorrätige zu verkaufen, bevor er Nachbestellungen vornimmt. Ausnahmen bestätigen die Regel. Auch wir ziehen Modelle nach, von denen wir absolut überzeugt sind und die nicht so auffällig sind, dass man sie in einer 250.000 Einwohner zählenden Stadt nicht mehrfach verkaufen könnte. Zeitiges Kommen sichert also gute Plätze.

Verschieden dazu sind sogenannte Never-out-of-stock – Modelle (NOS), bei denen die Label versuchen, eine durchgängige Verfügbarkeit zu gewährleisten, was nicht immer funktioniert. Hierzu zählen in erster Linie Basics wie T-Shirts, Hoodies und Hosen und auch manche Schuhe.


Dieser Sommer ist anders – aber wie genau anders?

Vorder-2021

Dieses Jahr ist geprägt von immer neuen Änderungen und Anpassungen, was auch vor dem Ordern nicht Halt macht. Im Normalfall erfolgt das Vorordern zum größeren Teil auf Messen und zum kleineren Teil in Showrooms der Labels mit individuellen Terminen. Da große Menschenansammlungen verboten waren oder sind oder vielleicht wieder sein werden, fahren die Label eine andere Strategie zur Durchführung des Orderprozesses. Manche ermöglichen das Ordern per Skype oder Zoom. Mache haben YouTube – Videos ihrer gesamten Kollektion aufgenommen, was schon mal den Vorteil bietet, da man einen besseren Gesamteindruck vom Kleidungsstück bekommt. Manche kommen in den Laden. Manche bieten mehr Termine im eigenen Showroom an. Manche schließen sich mit befreundeten Firmen zusammen und veranstalten eine Minimesse über mehrere Lofts/ Showrooms hinweg auf Basis individueller Termine und mache laden sogar in ihre Firmen ein. Wir haben alles probiert außer Skype, Zoom etc., weil wir davon überzeugt sind, dass man das Kleidungsstück selbst begreifen muss. Genau wie der Käufer im Laden muss man auch selbst als Händler eine Beziehung entwickeln und sich überzeugen lassen. Das geht online nur mit Einschränkungen und so sind wir hingefahren …


Und wir haben uns überzeugen lassen und geordert mit leichtem Blick nach vorn.
Seid gespannt!


Berlin-map

PS: Tipp für Berlin

Gut und preiswert übernachten kann man in Berlin im Hostel annabanana (früher Alcatraz), das sich zweifellos noch auf dem Weg in eine bessere Zukunft befindet aber schon mal über unschlagbares Internet verfügt. Frühstück gibt derzeit nicht. Man kann sich aber in unmittelbarer Nähe gut versorgen. Das funktioniert auch schon ganz früh, obwohl Berlin die Stadt Deutschlands mit dem spätesten Arbeitsbeginn für Arbeitnehmer mit der unglaublichen Startzeit von 09:56 Uhr sein soll. Weiterhin können wir den Parkplatz vor dem Stadion an der Topsstraße empfehlen, weil man dort immer einen Parkplatz bekommt. Hebt euch aber den Parkschein auf. Wir konnten einen nach einem Monat (!) zugestellten Bußgeldbescheid nur mit unserer Dienstreiseabrechnung abwenden.

PSS: Tipp für Oberfranken

Schön scheint es überall in Oberfranken zu sein. Besonders gefallen hat uns der Shop von bleed-clothing und das Dorf Laubersreuth gleich neben der Autobahn. Ein herrlicher Platz zum Pausemachen und ist schneller erreicht als mancher Autohof.

bleed-map

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